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DIE GESCHICHTE VON HAUS ELMPT

FAST 800 JAHRE HISTORIE

Für die Herkunft und Bedeutung des Namens Elmpt gibt es unterschiedliche Vermutungen.

Der Name könnte abgeleitet sein von "Elmo" oder "Elm", eine althochdeutsche Bezeichnung für den Baum Ulme. Wahrscheinlichlicher ist jedoch, dass der Name aus einer Wortverbindung der beiden niederländischen Wörter Els = Erle und Bempd = Feuchtwiese entsprechend den mittelalterlichen Ortsverhältnissen einer "feuchten Erlenwiese" entstanden ist.

 

Das Haus Elmpt ist offensichtlich auf den Fundamenten einer römischen Straßen-Station, gelegen an einer römischen Heerstraße, gebaut. Diese Heerstraße war damals die günstigste Ost-Westverbindung durch den Elmpter Wald und über die sogenannte Elmpter Platte.

 

Nach einem alten Pastoralbericht ist beim durch Hochwasser der Maas bedingten Abbruch des Turms der alten Kirche von Beesel (Niederlande) ein Balken mit der Inschrift "Wij van Elmpt hebben die kerk gebouwd anno 1157" gefunden worden. Leider ist dieser Balken mit der ersten Erwähnung des Namens Elmpt verloren gegangen. 

 

Die Burg Elmpt ist ab dem 12. Jahrhundert Stammsitz des Elmpter Geschlechts. Einfluss und Besitz der Herren von Elmpt wurden am Niederrhein größer, als Gabelo de Elmete zu Anfang des 13. Jahrhunderts die reiche Witwe Margarete von Hückelhoven heiratet. Zu den zahlreichen Gütern der Herren von Elmpt gehörte u.a. das Schloss Dilborn (1363) bei Brüggen, der Graeter Hof bei Swalmen (bis 1404), das Gut Elmpter Hof neben der Burg Pallant in Hottorf und das Gut Haloide in der Nähe von Herkenbosch.

 

Haus Elmpt bestand anfangs im 12. Jahrhundert wahrscheinlich erst aus einem Bergfried, d.h. aus einem Turm, der heutzutage in dem später gebauten Westtrakt integriert is. Toiletten-Türme, die sich an der Nordwestseite befinden, lassen erkennen, dass dieser Baubestand bis 1450 errichtet worden ist.

 

Der Zugang zum Haus war immer an der Südseite. Wehrmauern an der Nord- und der Ostseite komplettieren das verstärkte Haus. Eine Holzgalerie, die in ihren Ansätzen vom Innenhof noch immer erkennbar ist, zog sich um den gesammten Hofbereich.

 

Haus Elmpt wurde erst ein Herrenhaus, als die Herren von Elmpt am Niederrhein an Bedeutung gewannen. Im Jahr 1467 wurde Wilhelm von Elmpt von Ritter Adam zu Burgau von Schloss Burgau (Kreis Düren) als Erbe eingesetzt. Der Besitz des Ritters Adam umfasste 46 Unterherrschaften, Lehnstücke der Herren von Heinsberg. Das umfangreiche Eigentum blieb für mehrere Jahrhunderte im Besitz der Herren von Elmpt.

 

Wilhelms Sohn Johann hat aus diesem neuen Reichtum ab 1486 die bis dahin einfache Burg Elmpt durch ein schlossartiges Herrenhaus mit Vorburg ersetzt. Seine Erben vergrößerten und verbesserten das Haus weiter. Der Treppenturm ist etwa um 1550 erbaut worden. Der Osttrakt datiert aus etwa 1650. Zusätzliche Ecktürmchen ergänzten das Haus.

 

Für die Nachfolger der Herren von Elmpt war der Ort Elmpt im Laufe der Jahre nicht mehr der einzige Wohnsitz. Im Jahr 1701 wurde Haus Elmpt von den Familien Rohe und Kettler erworben. 

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Haus Elmpt um 1750 (mit Vorburg)
Haus Elmpt um 1840

Der Torturm und die Freitreppe stammen aus der Zeit von 1750. Das Wappen der Familien Rohe (van Obsinnig) und Kettler befindet sich noch immer über dem Eingangsportal.

 

Im Jahr 1759 gelangte Haus Elmpt in den Besitz von Adolfine de Geloes, die aus dem Geschlecht der Herren von Elmpt stammte.

 

Die Vorburg brannte 1761 völlig ab, wurde allerdings erst im 18. Jahrhundert endgültig beseitigt. Stattdessen wurde nach dem im Jahr 1810 erfolgten Abbruch eines südöstlich gelegenen Wirtschaftshofes im Jahr 1831 eine große Remise (Gebäude für Kutschen und Pferde) als Vorhofabschluss errichtet.

 

Ein Erbe von Adolfine de Geloes veräußert im Jahr 1854 Haus Elmpt an die Kinder des damaligen Bürgemeisters Adams. Adams Großneffe Wilhelm Heinrichs übernimmt 1916 Haus Elmpt; schließlich erwirbt die Altgemeinde Elmpt das Kastell aus einem Nachlass von Franz Heinrichs. 

 

Im Jahr 1971 wurde das Anwesen an Frau Maria von Elmpt übertragen. Sie ließ den Zwiebelturm wieder in früherer Form herstellen. Außerdem wurde der Osttrakt mit einer neuen Dachkonstruktion in den heutigen Zustand gebracht.

 

Die Remise aus dem Jahr 1831 wird 1978 wieder abgebrochen. Die Jahreseisen der Remise sind im Innenhof von Haus Elmpt zu bewundern.

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Haus Elmpt um 1916
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Wappen der Famile Rohe (van Obsinnig)

Im Jahr 1977 erwarben Bodo Köchel und Christiane Koken Haus Elmpt. Ein Bild von Haus Elmpt aus der Zeit um 1840 bildet die Grundlage für weiterhin geplante Bau- und Restaurierungsarbeiten. Der Treppenturm wird restauriert und bekommt ein neues Pyramidendach. Auch für den Westtrakt wird eine Dachkonstruktion gebaut, weil das Innere dieses Gebäudeteils ebenfalls restauriert wird.

 

Ein neuer Küchentrakt wird auf dem Innenhof als Anbau an der nördlichen Wehrmauer erstellt; er verbindet seitdem den West- und  den Osttrakt.

 

Paul und Judith den Ouden haben im Jahr 2006 Haus Elmpt übernommen und bis 2016 bewohnt. Eine Kooperation mit der Gemeinde Niederkrüchten wird eingegangen, um einen Teil des Hauses für standesamtliche Ambiente-Trauungen zu nutzen.

 

Auch heute befindet sich das Haus immer noch im Privatbesitz.